In der Energieversorgung haben Netzbetreiber zum Aufrechterhalten der Versorgungssicherheit auf die steigende Zahl von dezentralen Erzeugungseinheiten im Verbund reagiert.
Nach den neuesten Netzanschlussregeln (NAR) [1][2][3][4] kann der Netzbetreiber verlangen, dass sich EEG-Erzeugungsanlagen im Fehlerfalle nicht –wie bisher- sofort vom Netz trennen, sondern dieses noch einige Zeit stützen müssen. Hierfür definieren die Vorschriften besondere Unterspannungs-Zeit-Kennlinien, welche das Abkoppeln der Erzeugereinheit regeln.
Abhängige Spannungskennlinie
Das SEG Netzentkupplungsrelais XRW ist nun in einer Variante
lieferbar, welche das besondere Netztrennverhalten der
aktuellen Richtlinien zur Verfügung stellt.
Damit erleichtert das XRW1-3 die Umsetzung der Richtlinien,
da es den Netzzustand genau meldet. Sie haben den Vorteil, dass der
Trennbefehl bei Netzfehler viel früher gegeben werden kann, als
dies mit herkömmlichem Unterspannungs-Schutz möglich wäre. Das
erspart Ihrer wertvollen Anlage unnötig lange Kurzschlussbelastung.
Mit 2 Kennlinien wissen sie immer, ob in diesem Fehlerfall laut
Richtlinie Kurzzeit- oder Dauertrennung erlaubt ist. Ihre Anlage
kann je nach Fehlerzustand genau richtig reagieren.

Abbildung 1: Konventioneller Schutz muss auf Endzeit geschaltet
werden, um einerseits die Richtlinien zu erfüllen und andererseits
nicht zu früh auszulösen (Kreis). Die Anlage muss für diesen
ungünstigsten Fall ausgelegt sein.

Abbildung 2: Die abhängige Unterspannungs-Zeit-Kennlinie
signalisiert die Abschaltung sofort, wenn sie erlaubt ist
(Kreis). Ferner kann sie Dauer- und Kurzeittrennung (grauer
Bereich) unterscheiden, so dass Ihre Anlage genau richtig gesteuert
werden kann.
Volle Nutzung des Spannungsbandes
Wichtig zu erwähnen ist die extra kleine Schalthysterese der
Spannungsstufen von weniger als 1%. Hierdurch können unnötige
Abschaltungen vermieden werden, wenn das Netz nahe an den Grenzen
des Spannungsbandes betrieben wird, was häufig vorkommt. (Z.B.:
Windparkanbindung über Kabelstrecken direkt an der Sammelschiene
des Umspannwerkes einer Stadt). Hiermit nutzen Sie das zulässige
Spannungsband maximal aus.
Flexible Schutzelemente im XRW1-3
· 2 Unterspannungs-Zeitkennlinien mit 5
einstellbaren Unterstützungspunkten.
Voreingestellt auf die Forderungen der NAR
· 2 zusätzliche Spannungsstufen
*
z.B.: Überspannungsschutz und Fehlerkriterium
· 2 Frequenzstufen*
· Eine Frequenzgradientenstufe zum schnellen
Trennen bei unbeabsichtigter
Inselnetzbildung Anlagenselbstschutz bei
Spannungswiederkehr
* die vorhandenen Stufen können beliebig als Steigerungs-, oder
als Rückgangsschutz eingesetzt werden.
Weitere Eigenschaften
· Varianten für Direktanschluss an 690 V (ohne
Spannungswandler an WEA) oder
100 V (Stationswandler)
· Fehlerwertspeicher zur Fehleranalyse
· Schnittstelle für Datenanbindung
· Weitbereichsnetzteil
· Freie Zuordnung der Ausgangsrelais
· Kriterium „Netzfehler“ verfügbar
Das XRW ist das optimale Schutzgerät, welches in der
Windenergieanlage oder in der Übergabestation eingesetzt wird. Es
übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben und kann flexibel auf Ihre
Bedürfnisse angepasst werden.
[1] Netzanschlusregeln Hoch und Höchstspannung, (NAR), e.on Netz.
Bayreuth, 1.August 2003
[2] EEG-Erzeugungsanlagen am Hoch und Höchstspannungsnetz,
16.6.2004, Verband der Netzbetreiber VDN e.V. Berlin,
[3]TransmissionCode 2003, Netz und Systemregeln der deutschen
Übertragungsnetzbetreiber, August 2003, Verband der
Netzbetreiber VDN e.V. Berlin
[4] Netzbetreiber im europäischen Ausland erwägen ebenfalls die
Verwendung ähnlicher Kennlinien